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 Fassadenwettbewerb. Foto: Walter Schernstein 

 

Außen hui 

 

Kritisch blickt sie drein, die fachkundige Jury, die einen ganzen Tag lang frisch renovierte Mülheimer Fassaden begutachtete – um letztlich die Besten auszuwählen.

Und bei so manchem Gebäude, vor dem die neunköpfige Gruppe Halt machte, leuchten dann die Augen der Experten auf.

Mitglieder waren neben Organisatorin Ursula Decker die neue Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft, Barbara Pezzei, Michael Reitmann von der Volksbank, die Berufsschullehrerin im Fach Malerei, Susanne Rodehau, außerdem der ehemalige und der aktuelle Obermeister der Maler und Lackierer, Herbert Huke und Harald Giesen sowie Malermeister Guido vom Ufer und Andreas Noje, Geschäftsführer der „Haus und Grund“.

Kriterien bei der Bewertung der angemeldeten Häuser waren einerseits der Gesamteindruck der Fassade, also Farbwahl und Gestaltung, dann die handwerkliche Ausführung, die von den Profis natürlich besonders genau unter die Lupe genommen wurde. Außerdem zählte, inwiefern das Haus zum Gesamtbild der Gegend, insbesondere der Nachbargebäude, passte.

Schlecht kam beispielsweise an, wenn der Stuck an Altbauten nicht sauber ausgepinselt war – „Da machen die Leute es sich manchmal etwas leicht”, so Guido vom Ufer – oder die Farbwahl zu hart wirkte. Auch, wer sein Haus an stark befahrenen Straßen schneeweiß hatte streichen lassen, konnte nicht mit vielen Punkten rechnen – denn die Auswirkungen ließen sich schon nach wenigen Monaten in Form von Schmutzschlieren sehen. „Eigentlich würde es Sinn machen, die Häuser erst nach fünf Jahren zu beurteilen“, so Herbert Huke. Dann würde sich genau erkennen lassen, wie gut die Malerarbeiten und die Idee des Eigentümers wirklich waren.

Generell schnitten aber alle angemeldeten Gebäude gut ab – zwischen den sechs vordersten Plätzen lagen nur wenige Punkte. Die Organisatoren wollen mit diesem Wettbewerb alle Mülheimer motivieren, sich um die Pflege ihrer Fassaden zu kümmern. Als Preise winken 1000 Euro für den ersten Rang.

Bereits seit 1974 -- also „praktisch schon ewig“, so Ursula Decker, Mitinitiatorin des Wettbewerbs – sollen diejenigen, die mit schönen Hausfassaden auch das Stadtbild Mülheims aufwerten, für ihre Mühen und Kosten honoriert werden. So entstand damals der Wettbewerb „Make Up Mülheim“ . 

 

Mülheim, 08.09.2010, Wiebke Tomescheit