Vorstand der Architektenkammer unterstützt Bestrebungen

zu einer Änderung des Nachbarrechtsgesetzes 

 

 

Christof Rose

 

09.03.2011 | Auf grundsätzliche Zustimmung des Vorstands der Architektenkammer NRW trifft ein Gesetzesentwurf zur Änderung des Nachbarrechtsgesetzes (NachbG). Mit einem neuen Paragrafen zum Thema „Wärmedämmung und Grenzständige Gebäude“ soll dabei im NachbG die nachträgliche Außendämmung eines Gebäudes erleichtert werden. „Wichtig ist dabei, dass in dem Gesetzestext die Dämmung als solche ermöglicht wird, ohne aber bestimmte Dämmsysteme zu bevorzugen“, hob AKNW-Präsident Hartmut Miksch in der Diskussion des Vorstands am 1. März hervor. Die Vorgaben müssten so getroffen werden, dass neben dem Aufbringen von Wärmedämmverbundsystemen auch andere Techniken, etwa ein gedämmtes Verblendmauerwerk , möglich wird. „Das Ziel, mehr und besser zu dämmen, ist richtig“, befand der Vorstand. „Allerdings dürfen Fragen der Fassadengestaltung und des Stadtbildes dabei nicht ausgeblendet werden.“

 

Die Gesetzesinitiative von den Landtagsfraktionen der SPD und Bündnis 90/Die Grünen sieht vor, dass Nachbarn es zu dulden haben, wenn die nachträgliche Wärmedämmung eines grenzständigen Gebäudes bis zu 25 cm in das eigene Grundstück hineingreift und eine Dämmung nicht auf anderem Wege zu erreichen ist. Dem Anliegen, die energetische Optimierung von Gebäude nach Kräften zu ermöglichen, folgt der Kammervorstand auf ganzer Linie. Es sei aber sicherzustellen, dass nicht ausschließlich die Anbringung von Wärmedämmverbundsystemen im Zentrum der Überlegungen steht. „Nicht nur technische, sondern auch gestalterische Erwägungen sind ‚gute Gründe‘ im Sinne des Gesetzes, um die Duldung eines Nachbarn erwarten zu dürfen“, betonte Kammerpräsident Miksch. „Es wird Zeit, dass sich diese Erkenntnis in der Politik durchsetzt, bevor wertvolle historische und stadtbildprägende Fassaden hinter verputzten Einheitsoberflächen verschwinden.“