Handwerker dürfen Fotos von Arbeiten in einer Wohnung zu Werbezwecken ins Internet stellen

– auch ohne Einwilligung des Bewohners.

Zu Werbe- und Dokumentationszwecken ist es Handwerkern auch ohne die Zustimmung der

Eigentümer gestattet, Fotos von einzelnen Arbeitsphasen, baulichen Details oder vom fertigen

Gesamtwerk auf die eigene Firmen-Homepage zu stellen.
 

 

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Foto: bilderbox.de  

 

Dass Handwerker ihr Können am Beispiel Referenzobjekten präsentieren dürfen, hat das

Amtsgericht Donaueschingen klargestellt. Diese Fotomotive dürfen auch Privatwohnungen

sein, wenn kein Rückschluss auf den Bewohner möglich ist.

In dem Fall hatte ein Handwerker in einer Wohnung Sanitärarbeiten ausgeführt. Er fotografierte

einzelne Arbeitsphasen und das Ergebnis des fertigen Bades. Anschließend stellte er einige der

Fotos auf seine Firmen-Homepage. Namen und Anschrift der Bewohnerin gab er nicht preis.

Weil er das Einverständnis der Bewohnerin nicht eingeholt hatte, kam diese auf die Idee, 2000 Euro

 Schadensersatz zu verlangen.

Die Richter jedoch gaben dem Handwerker recht. Das Persönlichkeitsrecht der Bewohnerin sei

nicht verletzt. Denn die Bilder verrieten nicht, wer in der Wohnung lebe. Vielmehr könne es sich

um ein beliebiges Badezimmer handeln.

Auch urheberrechtliche Ansprüche der Bewohnerin bestehen laut Urteil nicht, denn das Badezimmer

sei Bestandteil eines Zweckbaues und als solches nicht urheberrechtlich geschützt. Abgesehen

davon wäre auch zu klären, ob das Badezimmer nicht eher ein Werk des Handwerkers als der

Bewohnerin sei.