Liebe Kollegin,
lieber Kollege!

Die Welt wird wohlanders als im Maya-Kalender angedeutet - nicht am 21. Dezember 2012 untergehen. Aber nicht nur deshalb wird das Jahr 2013 für uns Architektinnen und Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner mit guten Nachrichten beginnen.

Ich habe Sie bei vielen berufspolitischen Reden in den vergangenen Jahren mit dem Thema „HOAI“ konfrontieren müssen. Aber steter Tropfen höhlt den Stein, und nun gibt eshoffentlich verlässlicheAussagen von Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, dass die Novellierung der HOAI im kommenden Frühjahr durch die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates beschlossen werden soll. Und es zeichnet sich ab, dass dabei nicht nur strukturelle Verbesserungen des Verordnungstextes, sondern auch eine akzeptable Erhöhung der Honorarwerte umgesetzt werden wird.

Auch das Thema „Wohnungsbau“ wird uns weiter intensiv beschäftigen. Wir haben uns in den zurückliegenden Monaten intensiv darum bemüht, vor allem die Problematik des Mangels an bezahlbaren Mietwohnungen in den Wachstumsstädten ins das öffentliche Bewusstsein zu bringen. Mit Erfolg, denn mittlerweile sind nicht nur zahlreiche Medien auf das Thema eingestiegen, sondern auch die Politik. Unser Bauminister Michael Groscheck hat das Thema „bezahlbares Wohnen“ zu einem Grundsatzthema gemacht. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück kündigte an, den Wohnraummangel zu einem Wahlkampfthema machen zu wollen. Auch wenn die Problematik zu grundlegend ist, um sie nur in Wahlkampfzeiten aufzukochenwichtig bleibt aus unserer Sicht, dass die Politik sich des Themas annimmt, insbesondere der Frage nach der Zukunft des geförderten Wohnungsbaus.

Wir werden in NRW weiter darauf drängen, dass die Wohnungsbauförderung mit mindestens einer Milliarde Euro im Jahr intensiv betrieben wird. Dass diese Förderung im Jahr 2013 von 850 Millionen auf 800 Mio. Euro gekürzt werden soll, ist jedenfalls nicht das richtige Signal.

Richtig ist hingegen das Ziel, unser Klima zu schützen. Hier ist weiterhin viel zu tun, denn eine Sanierungsquote von gerade mal einem Prozent im Jahr reicht bei weitem nicht aus, um die ambitionierten Klimaschutzziele der Landes bzw. der Bundesregierung zu erreichen. Die Architektenkammer begrüßt deshalb grundsätzlich die Ausrichtung des Klimaschutzgesetzes und des Klimaschutzplans, der gegenwärtig zur praktischen Umsetzung der Gesetzesziele erarbeitet wird. Mit unseren Vizepräsidenten Michael Arns und Dr. Christian Schramm sind wir in zwei wichtigen Arbeitsgruppen vertreten, die den Klimaschutzplan vorbereiten. Wir alle sind aufgerufen, gemeinsam daran zu arbeiten, unsere Altbauquartiere auf einen modernen Stand zu bringen – und zwar nicht allein energetisch, sondern auch in Fragen der Barrierefreiheit und der infrastrukturellen Einbindung.

Diese Aspekte werden auch eine ganz zentrale Rolle in unserer Landesinitiative StadtBauKultur NRW spielen, die im nächsten Jahr mit Kraft in die zweite Dekade starten soll. Die Architektenkammer hat bereits mit der AktionsplattformNRW lebt.“ ein Projekt vorgeschlagen, das den demografischen Wandel mit seinen Auswirkungen auf das Planen und Bauen umfassend untersuchen und diskutieren wird.

Sie sehen: Die Architektenkammer NRW hat schon jetzt eine ganze Reihe wichtiger Themen und Termine im Kalender stehen, die uns im Jahr 2013 beschäftigen werden. Wir werden wie gewohnt im Deutschen Architektenblatt, hier auf der Homepage, auf Facebook und Twitter darüber berichten und freuen uns auf Ihre Anregungen und Kommentare.

Ein erfolgreiches, gesundes und glückliches Jahr 2013 wünscht Ihnen
Ihr

Hartmut Miksch
Präsident der Architektenkammer
Nordrhein-Westfalen
miksch@aknw.de